Max Brandl (Mountainbike Profi)

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Erzähle etwas über dich und deinen Weg zum Mountainbike Nationalfahrer?

Zum Radsport gekommen bin ich über meinen Vater, der schon immer begeistert von diesem Sport war. Vor 10 Jahren bin ich dann auch Mal zum Vereinstraining gekommen und bin meine ersten Rennen gefahren – U13 Landesliga. Da war ich nicht besonders Erfolgreich, was sich auch in der U15 bei der Bundes-Nachwuchs-Sichtung nicht geändert hat. Erst 2012 in der U17 habe ich einen ziemlichen Entwicklungssprung gemacht und bin in die nationale Spitze vorgedrungen. Seit dem habe ich mich jedes Jahr deutlich verbessern können, bin feste Größe im Nationalteam und durfte 2014 bei meiner ersten WM in Hafjell (NOR) starten. Platz 17 nach einem Defekt, aber trotzdem noch drittbester meines Jahrgangs war das Ergebnis. Im Jahr darauf bin ich zum LEXWARE Mountainbike Team gewechselt, was mich nochmal deutlich voran gebracht hat. Die Highlights seit dem waren 2015 der U19 Vize-Weltmeistertitel, Deutsch Meistertitel, 2016 in der U23 Kategorie der vierte Platz beim Weltcupfinale in Andorra und 2017 die Bronze Medaille bei der WM in Cairns (Australien), mein zweiter Deutscher Meistertitel und ein zweiter Platz im Weltcup in Lenzerheide. Aktuell bin ich zweitbester Deutscher in der für Olympia relevanten Weltrangliste.

Wie kamst du als Spitzensportler dazu dich mit natürlicher gesunder Ernährung zu beschäftigen?

Ich bin einer der vielen Sportler aus Nationalteams die Aleksandra Kelemann angeschrieben hat, über alles Mögliche rund um Ernährung aufgeklärt, Videos und Artikel gezeigt hat. Anfangs war ich skeptisch und habe meine Ernährung erst im Laufe einiger Monate Schritt für Schritt umgestellt und war auch in der Trainingspause nach der ersten Saison nicht konsequent. Da habe ich mich dann aber nochmal intensiver mit dem Thema beschäftigt und bin ca. seit November 2015 Veganer.

Ok, die wohl nervigste Frage als Veganer am Anfang: Wie bekommst du deine Nährstoffe, speziell Proteine?

Die kurze Antwort lautet: Über die Masse. Wenn man zum Frühstück schon 150-200g Haferflocken ist hat man zum Beispiel schon ca. 20g Eiweiß zu sich genommen. Da meine anderen Mahlzeiten nicht kleiner sind und ich als (Kraft-)Ausdauersportler einen hohen Verbrauch habe, kann ich beruhigt einfach das Essen worauf ich Lust habe. Außerdem hat die Menschheit auch ohne den Proteinhype 100.000 Jahre überlebt. Vermutlich wird sie auch in Zukunft nicht an Eiweißmangel zu Grunde gehen.

Was braucht ein Spitzensportler speziell an Ernährung? Unterscheidet sich das so sehr vom normalen Menschen oder Sportler?

Meiner Meinung nach unterscheidet sich das fast nur in den Dimensionen der Mahlzeiten. Sicher brauchen Athleten aus kraftbetonteren Sportarten etwas mehr Proteine als vielleicht ein Triathlet. Aber jeder sollte eine gesunde, natürliche und ausgewogene Ernährung haben – Sportler hin oder her.

Wie hat sich deine Ernährungsumstellung ausgewirkt?

Das weiß ich nicht so ganz. Manche spüren wohl nach vier Tagen schon besondere Unterschiede, andere erst nach ein bis zwei Wochen und ich bin mir nicht sicher ob das bei mir überhaupt große Auswirkungen hatte. Jetzt bin ich auf jeden Fall einer der besten Mountainbiker meiner Altersklasse, komme super mit der Doppelbelastung Sport-Studium klar und bin sehr zufrieden mit mir und meinem Leben, aber davor war ich das auch. Vermutlich hat es mich trotzdem noch ein Quäntchen besser gemacht, aber ich bin auch nicht nur wegen des Sports Veganer.

Wie sehen deine Teamkollegen deine Veränderung?

Die meisten finden glaube ich gut was ich mache. Einige, sowie auch mein Teammanager oder der Bundestrainer sind auch Vegetarier und fast alle haben sich zumindest schon eine Zeit lang vegetarisch oder sogar vegan ernährt. Auf Unverständnis bin ich noch nie gestoßen und wenn wir zusammen Kochen ist es immer vegan. 

Wie bekommen dir Produkte aus gekeimten Samen besser als ungekeimte?

Ich finde, dass ich Produkte aus gekeimten Samen noch besser verdauen kann. Das ist für mich zu Beispiel wichtig, wenn ich um 8 Uhr morgens mit dem Training beginnen will oder natürlich im Wettkampf. Da darf nichts schwer im Magen liegen. Von eingeweichtem, gekeimtem Müsli kann ich Unmegen essen ohne Probleme zu bekommen

Wie sieht dein Tagesablauf aus?

Das hängt vom Training ab. An Ruhetagen schlafe ich etwas länger als normal, frühstücke dann entspannt, lerne oder erledige Besorgungen, treffe mich mit Freunden auf im Café oder koche mit ihnen. An Trainingstagen mit einer Einheit stehe ich in der Regel zwischen 8 Uhr und 9 Uhr auf, Frühstücke in Pflanzenmilch oder Wasser eingeweichte Haferflocken mit etwas Obst und gegen 10 Uhr treffe ich mich zum Training mit Teamkollegen oder den anderen Mountainbike- und Straßenprofis aus Freiburg. Danach kochen wir teilweise noch gemeinsam Mittagessen. Nach langen Touren kann das auch mal ins Abendessen übergehen. An Krafttrainingstagen stehe ich meist vor 7 Uhr auf, frühstücke bin ab 8 Uhr im Kraftraum und danach gibt es entweder einen Snack oder ein zweites Frühstück. Wenn ich dann nachmittags noch eine zweite Einheit auf dem Rad mache gibt es 2h vorher Mittagessen und dann eben nochmal 1,5h bis 2,5h lockeres Training auf der Straße. Abends koche ich dann entweder oder es gibt Vesper, je nachdem was ich noch nicht hatte.

Was ist dein Lieblingsessen?

Da kann ich mich nicht ganz festlegen. Am häufigsten esse ich auf jeden Fall Müsli und ich liebe italienisches oder indisches Essen – Lasagne, Pizza, Pasta und Dal sind wohl meine Favoriten.

Wo gehst du einkaufen?

Bei mir gibt es 3 tolle kleine Lebensmittelläden im Umkreis von 200m. Ein Reformhaus, einen Laden mit exotischeren Sachen und den Naturkostladen Die Flocke. Dort bin ich am häufigsten zum Einkaufen. Es gibt viel Obst und Gemüse aus regionalem Anbau und auch viele andere gute Produkte, alles in hoher Bio-Qualität.

Habt ihr Ernährungsberater im Team?

Nein haben wir nicht. Manche haben sich glaube ich individuell schon Mal beraten lassen, aber wenn, dann beschäftigen sich die meisten denke ich selbst mit dem Thema.

Hast du Tipps für deine Fans wie ihre Ernährungsumstellung am einfachsten gelingen kann?

Ich denke, dass das Umfeld sehr helfen kann. Wenn man sich mit einem Freund oder einer Freundin zusammentut, sich gemeinsam mit dem Thema beschäftigt und am besten auch noch in der Nähe einen Lebensmittelladen hat der Pflanzenmilch und ein paar Ersatzprodukte (wobei ich die meisten sogenannten Ersatzprodukte nicht als solche, sondern als andere Produkte verstehe, die auch nicht nach Fleisch schmecken müssen) verkauft, macht das die Umstellung sicher einfacher.

Was sind deine Ziele für deine weitere Karriere?

Mein großes Ziel ist Olympia. Da bin ich als zweit bester Deutscher in der für Olympia relevanten UCI Weltrangliste gerade auf einem guten Weg. Dieses Jahr möchte ich meine WM- und Weltcup-Erfolge von 2017 wiederholen oder sogar verbessern und natürlich bin ich auch wieder heiß auf den Deutscher Meistertitel. Außerdem will ich mich als Radsportler grundsätzlich weiter entwickeln und mehr Erfahrungen in Straßenrennen sammeln, was einmal ein super Training ist aber mich unter anderem auch in Taktiken weiterbildet.

Noch mehr über Max und alles rund um Mountainbike und gesunde Ernährung erfahrt ihr auf seiner persönlichen Webseite hier .

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