Müsli aber richtig!

Was? Müsli und Vollwerternährung soll ungesund sein!!!

Wir alle kennen Müslis seit Kindesbeinen an. Für die einen gehören sie zum Alltag, während andere sie gar nicht mögen. Wir alle bringen Müsli vor allem mit einem in Verbindung, mit Gesundheit und gesunder Ernährung. Diesen Aspekt macht sich natürlich unsere Nahrungsmittelindustrie zu Nutze. So stehen die Regale der Supermärkte, Lebensmitteldiscounter aber auch Biomärkte voll mit verschiedensten Zubereitungen, die uns unter dem Namen Müsli bekannt sind.

SMÜSLI, das gesunde Müsli

...und haben es wirklich die Schweizer erfunden ;-)

Mit diesem Beitrag möchte ich aufklären, was sich hinter dem Begriff so alles versteckt und wie sich aus meiner Ernährungssicht ein gesundes Müsli zusammenstellen lässt. Ich nenne es Smüsli. Der Name entstand im grunde durch Zufall, als ich bemerkte den gängigen Müslis fehlt es an Flüssigkeit und dass ein moderener Smoothie ja die perfekte Grundlage für ein Müsli bildet. So entstand das Beste aus beidem das Smüsli.

Ich habe keine Ahnung, wer das Müsli erfunden hat, bekannt gemacht hat es jedenfalls ein Schweizer namens Maximilian Oskar Bircher-Benner. Ein Arzt, der sich wie ich mit natürlicher gesunder Lebens- und Ernährungsweise beschäftigte. Er erkannte früh, dass es keinen Sinn macht, Nahrung vorwiegend nach ihren Inhaltsstoffen zu bewerten. Er bewertete sie vielmehr nach ihrer Energie, die sie uns schenken kann. Einen ähnlichen Ansatz gehen ich mit meiner Ernährungsform. Nahrung sollte natürlich, einfach verdaulich sein und mir Energie geben. Es ist sehr interessant, sich einmal mit der Ernährungslehre von Bircher-Benner auseinander zu setzen.

Müslis bestehen normalerweise aus Obst oder Trockenobst, Samen oder Nüssen (klassisch Haferflocken) und einer Flüssigkeit. Ursprünglich wohl Milch wird heute auch sehr oft Joghurt, Fruchtsaft oder auch Soja- oder Hafermilch verwendet. Das alles wird vermengt zu einem Brei oder Mus, daher kommt auch der Name.
Neben frisch zubereiteten Müslis gibt es heute auch eine Reihe von Fertigmischungen in Supermärkten, Bioläden oder auch schon online zum Selbermischen zu kaufen.

Sind Müslis gesund und was kann ich beachten?

Naja, über alles lässt sich bekannter Weise vortrefflich streiten, besonders wenn es um so etwas Wichtiges wie Ernährung geht. So sind auch die Müslis und deren Zutaten nicht nur reine Ernährung, sondern Teil einer ganzen Esskultur. Und wo die Kultur sich breit macht da nimmt der Irrsinn oftmals seinen Lauf.
So fangen wir einfach mal mit dem an, was uns so in den Supermärkten geboten wird. Meist sind es Fertigmischungen, die wir mit Milch oder Joghurt mischen dürfen. Einfach und schnell soll es morgens gehen. Müslis haben den Ruf gesund zu sein, egal in welcher Form. So haben ich es früher auch immer wieder versucht. Geschmeckt haben sie nie und außer Blähungen Müdigkeit danach konnte ich wenig spüren. Schon wenn wir auf die Zutatenliste schauen, wenn sie überhaupt vollständig ist oder sein muss, dann finden wir nichts was noch für uns gut verwertbare Energie hat und lebt. Meist sind es ein paar Haferflocken und Trockenfrüchte gemischt mit der Wunderwaffe dem Industriezucker und etlichen künstlichen Aromen. Das ganze wird von ein paar großen Lebensmittelkonzernen schön verpackt und teuer verkauft. Von solchen Müslis wie sie unseren Kindern oft vorgesetzt werden, kann ich nur abraten.

Je unverarbeiteter, natürlicher, frischer die Nahrung ist, umso besser verdaulich ist sie und umso mehr Energie schenkt sie uns

Halten wir uns also nicht länger an dieser Art von Müsli auf, und schauen uns die einzelnen Zutaten mal aus unserer Sichtweise der natürlichen Ernährung näher an. Was gehört in ein Smüsli = gesundes Müsli?

HALT! das Muttermilchprinzip nicht vergessen

Noch kurz etwas zum Muttermilchprinzip, auf das ich an anderer Stelle näher eingehe. Nur so viel - auch ein Müsli sollte dem Prinzip der Zusammensetzung der Muttermilch folgen. 90% der Anteile sollten aus Wasser bestehen, je mehr ich dem Prinzip folge, umso besser verdaulich wir das Müsli und die gesunde Wirkung auf meinen Körper.

Obst und Trockenfrüchte

Obst besteht meist zu über 90% aus Wasser und ist daher bestens geeignet den Wasseranteil unseres Müsli auf den richtigen Wert zu bringen. Ich empfehle also so viel Obst wie möglich an ein Müsli zu geben. Am besten klein schneiden und untermischen.

Unser gesamter Verdauungstrakt, angefangen vom Mund bis hin zum Enddarm, ist wunderbar an eine Früchtenahrung angepasst. Auch unsere Hände, Zähne, Geruchs- und Geschmackssinn sind auf Früchtenahrung ausgelegt. Das spüren wir unter anderem daran, dass wir die Verdauung fast nicht spüren, wenn wir Obst zu uns nehmen. Ein achtsames langes Kauen bis zum Brei ist jedoch immer Voraussetzung und kein Käsebrötchen hinterher essen. Die Mischung in unserem Essen hat eine manchmal durchschlagende Wirkung. Eine Menge Energie bekommen wir durch Früchte geschenkt und müssen je nach Frucht wenig bis gar nicht trinken. Früchte schenken uns was wir am wichtigsten brauchen und woraus unser Körper hauptsächlich besteht, nämlich Wasser. 

Oft werden auch Trockenfrüchte im Müsli verwendet. Trockenfrüchten wird das Wasser entzogen, was sie sehr lange haltbar macht. Wir können sie in Maßen genießen.

TIPP  Falls Sie Probleme bekommen wie z.B. Blähungen, dann trinken Sie einfach etwas Wasser dazu oder legen die Trockenfrüchte ein paar Stunden in Wasser ein.

Früchte halten wir für absolut sinnvoll im Smüsli. Was kann man bei der Auswahl der Früchte beachten:

  • Sie sollten reif sein
  • Sie sollten Ihnen einzeln gut schmecken
  • Nicht alle und zu viele Früchte mischen, langsam ausprobieren.
  • Wenig Trockenfrüchte
  • Regionales Obst der Saison wie Äpfel, Birnen, Pflaumen, Kirschen

 

Einige Ernährungsrichtungen geben hier feste Regeln vor, wie z.B. keine sauren mit süßen oder niemals Bananen oder Kirschen mit anderem Obst mischen. Ich kann Ihnen den Rat geben, probieren Sie es aus und beobachten achtsam die Wirkung an sich selbst. Bei Bananen haben wir wirklich einen großen Einflus auf die Verdauung festgestellt, wenn wir sie mit anderem regionalen Obst mischen. Manche Obstsorten sind zudem so überzüchtet, dass wir sogar Durst davon bekommen. Von solchem Obst können wir auch nur abraten. 

Samen und Nüsse

Samen und Nüsse sind für uns Menschen nur sehr schwer und wenig verwertbar bzw. verdaulich. Sie sind von Natur aus keine menschliche Nahrung. Wir müssen sie lange in Wasser einlegen bzw. ankeimen lassen. In dieser Form können wir sie am Müsli verwenden. In fast allen Müslizubereitungen, ob fertig aus dem Supermarkt oder frisch zubereitet, wird dies nicht beachtet. Es führt bei uns zu Reaktionen im Darm wie Entzündungen, Blähungen oder auch entzündliche Reizungen der Haut. Vollwerternährung mit ganzen Samen und Nüssen wird als gesund angenommen, obwohl jahrtausende Altes Wissen und auch die moderene Wissenschaft belegt, dass dies nicht so ist. So kann man heute viele Allergien und andere Volkskrankheiten direkt mit dem verzahr von Samen und Nüssen in Form von Brot, Nudeln oder ähnlichen Nahrungsmitteln festmachen.
Samen und Nüsse immer über mehrere Tage in Wasser einlegen bzw. ankeimen lassen. Samen und Nüsse in geringer Menge und immer eingelegt oder angekeimt sind für ein Müsli gut geeignet. Sie geben Energie und alle wichtigen Makro und Mikronährstoffe in leicht verdaulicher Form.

Sonnenblumenkerne, Haselnüsse oder Walnüsse eignen sich. Probieren Sie einfach aus, die meisten Samen die wir aus dem Alltag kennen, sind zu verwenden. Wichtig ist, dass die Samen noch leben und keimfähig sind. Nüsse wie wir sie normalerweise konsumieren, sind nicht mehr keimfähig. Der Geschmack verbessert sich enorm durch den Keimvorgang. Nüsse und Samen sind in freier Natur gut verfügbar und halten sich sehr gut über mehrere Winter.
Weitere Informationen zu Samen, Nüssen und dem Thema Keimen finden Sie in unserem Blogbeitrag zu diesem Thema.

Milch oder Milchersatz

Milch oder Milchersatz ist für die Konsistenz des Müslis verantwortlich, so dass es überhaupt ein Müsli wird. Über Milch streiten sich die Gemüter und ich möchte hier auf gängige Literatur und das Internet verweisen, um sich ein erstes Bild zu machen. Ich konsumiere keine Milchprodukte. Wir können sie bei uns direkt mit einigen Krankheitssymptomen in Verbindung bringen. So können wir nur jedem selbst raten, sich zu informieren und achtsam zu konsumieren. Zudem ist Milch nicht gleich Milch und das was uns im Supermarkt als Massenware angeboten wird, hat nur noch wenig mit dem lebendigen Nahrungsmittel zu tun, was aus dem Euter der Kuh kommt.
Milchersatzprodukte wie Hafer-, Reis-, Soja- oder auch Mandelmilchprodukte können wir auch nur bedingt empfehlen , da sie immer aus ungekeimten Samen hergestellt werden. Wir gehen allerdings davon aus, das es in Zukunft auch mehr Milchersatzprodukte aus gekeimten Samen gibt. 

Wer das Müsli etwas flüssiger haben möchte, dem empfehlen wir Obst einfach auszupressen und den Saft zu verwenden. Orangen aber auch Äpfel oder Birnen sind hierfür sehr gut geeignet. Eine moderne Variante ist einen Smoothie iher Wahl zu verwenden. Einfach ein paar Früchte, bisschen gekeimtes Nussmus , Wasser und wer mag Vanille in den Mixer fertig.

Wildkräuter, Kräuter und Salat

Eine Zutat, welche wir in gängigen Müslis nicht finden und die Sie überraschen wird, sind die Wildkräuter bzw. frisches Grün. Wildkräuter , auch von vielen eher als Unkraut im Gartengefürchtet, sind in den letzten Jahren wieder in Mode gekommen. Sie wachsen kostenlos und enthalten große Mengen an Wasser, Mikro- und Makronährstoffen. Wildkräuter gehören für mich zu den Grundnahrungsmitteln und sind besonders in einer veganen Ernährung essentiell, wenn man sich gesund ernähren möchte. Sie schenken Energie, machen Speisen besser verdaulich und bringen nicht zuletzt wunderbare Geschmacksvielfalt in unsere Speisen. Von Natur aus nehmen wir Obst immer mit etwas Grün zu uns. Gut gekaut verdaut es sich besser, schmeckt besser und gibt auf einen längeren Zeitraum Energie
Wer sich nicht mit Wildkräutern auskennt, der kann gerne einen Kurs bei uns besuchen oder auf gängige Salatvariationen wie Feldsalat oder Rucola ausweichen. Die Kräuter können wir einfach klein zupfen und untermischen.

TIPP Eine tolle weitere Variation ist das kurze Mixen zusammen mit Nüssen. Diese Masse zusammen mit etwas Fruchtsaft untermischen ergibt eine wunderbare Konsistenz.

Nachdem wir nun die Grundzutaten eines Smüslis besprochen haben kommen wir zu unserem Grundrezept. Diese möchten ich kurz anhand eines unserer gängigen Rezepte erklären. 

Fassen wir zusammen

 Was unterscheidet ein Smüsli und macht ein müsli gesund?

  • genügend Flüssigkeit ca. 90% Wasseranteil
  • Cerealien nur aus gekeimten Samen und Nüssen
  • Viel regionales Obst 
  • Immer mit etwas Grün wie Wildkräuter, Rucola oder Feldsalat

Das Grundrezept

  • 400ml Smoothie
  • 3 Teile Obst (z.B. 1 Birne, 1 Apfel, handvoll Erdbeeren)
  • 4 EL gekeimtes Müsli oder Cerealien
  • handvoll Wildkräuter (Gartenkräuter eignen sich auch)

 

TIPP Wählen sie alle Zutaten einzaln nach ihrem Geschmack aus. Was ihnen schmeckt wird auch gesund für sie sein.

Rezeptbeispiel

Hier die Zutaten für das im Bild gezeigte Müsli.

400ml Smoothie:

  • 400ml Wasser
  • 2 TL gekeimtes Cashewmus
  • 4 Minzblätter
  • handvoll Erdbeeren

 

restliche Zutaten:

Alle Obstzutaten in kleine Stücke schneiden. Die Wildkräuter oder den Salat klein wiegen oder schneiden. Mit Blumen nach Bedarf dekorieren, Auge ist ja mit und Blumen geben viel Energie.

  • 1 Apfel, 1 Birne, 1 Aprikose, handvoll Erdbeeren
  • 4 EL Sportler Müsli COCO CHIA
  • Ringelblume, Oregano

 

Viel Spass beim Smüsli erfinden, weitere Rezepte finden sie in unserem Rezeptbereich.

 

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